DMEXCO 2025: Zwischen Marketing-Buzzwords und Open-Source-Leere

Auf der DMEXCO 2025 war viel los – aber WordPress war kaum zu sehen. In meinem persönlichen Rückblick berichte ich von spannenden Gesprächen mit Daniel Wette (RankingCoach), Andreas Müller (JTL), Robert Abela (Melapress) und Marcel Bootsman (Kinsta) – und frage mich: Warum hat das offene Web auf solchen Messen keinen Platz mehr?

Ein persönlicher Rückblick von der größten Digitalmesse Deutschlands

Die DMEXCO war auch in diesem Jahr wieder ein Magnet für die Marketing- und Digitalbranche. Zwei Tage voller Stände, Vorträge, Networking, Buzzwords – und auch ein paar ehrlichen Momenten, in denen man hinter die Hochglanzfassaden schauen konnte. Ich war mittendrin – als Community Lead von Elementor, aber auch als jemand, der neugierig und offen mit der Szene in Kontakt treten will. Und es war, um es vorwegzunehmen, ein Mix aus spannenden Gesprächen, inspirierenden Begegnungen – und einem bemerkenswerten Vakuum.

Gemeinsam unterwegs: Zwischen RankingCoach, JTL und Kinsta

Was auf der Messe immer wieder die Qualität hebt, sind nicht nur die Stände oder Talks – es sind die Menschen, mit denen man unterwegs ist. Dieses Jahr habe ich unter anderem Daniel Wette von RankingCoach getroffen, mit dem ich über weite Strecken gemeinsam durch die Messehallen geschlendert bin. Daniel ist ein echter Routinier in der Szene, kennt jede Abkürzung, jedes Gesicht – und mit ihm an der Seite bekommt man einen ganz anderen Zugang zu Gesprächen. Zwischen MarTech-Ständen und Performance-Marketing-Hype war Daniel so etwas wie mein Navigator.

Nicht minder spannend war das Treffen mit Andreas Müller, der mittlerweile bei JTL angekommen ist. Unsere Gespräche haben sich schnell um die großen Themen gedreht: Wie verändert sich E-Commerce? Was bedeutet Plattformabhängigkeit wirklich? Und wo bleiben eigentlich die Open-Source-Lösungen in dieser zunehmend geschlossenen Systemlandschaft?

Die große Leerstelle: WordPress – wo bist du?

Und damit wären wir bei dem, was mich auf dieser Messe ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht hat: WordPress war so gut wie nicht präsent. Nicht in den großen E-Commerce-Diskussionen. Nicht bei den Panels zu Enterprise-Lösungen. Und auch nicht in der Debatte rund ums offene Web. Stattdessen dominieren Closed-Source-Modelle, proprietäre Systeme, API-Buzzwords und Plattformen, die locken – aber auch schnell einsperren.

Natürlich, die DMEXCO ist keine Entwicklerkonferenz. Aber dass WordPress als das weltweit meistgenutzte CMS in solchen Debatten praktisch unsichtbar bleibt, sollte uns als Community zu denken geben. Wir sprechen oft über den Wert von Freiheit, Ownership und Flexibilität. Aber wenn diese Werte auf den größten Branchenevents nicht mehr stattfinden, müssen wir uns fragen: Wer erzählt eigentlich unsere Geschichte?

Gespräche, die hängen bleiben

Zum Glück gab es auch genau jene Momente, für die man solche Messen besucht – echte, ehrliche Gespräche. Besonders wertvoll war der Austausch mit Robert Abela von Melapress, einem Unternehmen, das sich dem Thema WordPress-Security verschrieben hat. Robert bringt eine Tiefe und Ernsthaftigkeit mit, die in der Hochglanzwelt der Marketingmessen oft untergeht. Wir haben über realistische Sicherheitsbedenken gesprochen, über den Spagat zwischen Usability und Schutz – und über die Rolle, die Plugins und Core in Zukunft spielen müssen.

Ebenso inspirierend war das Treffen mit Marcel Bootsman von Kinsta, der nicht nur tief in der WordPress-Welt steckt, sondern auch ein echtes Gefühl für Community mitbringt. Mit Marcel zu sprechen bedeutet immer auch, sich selbst zu reflektieren: Wie offen ist unser Ökosystem wirklich? Wie schaffen wir es, Technologie und Community zusammenzudenken?

Was bleibt?

Die DMEXCO 2025 war für mich weniger eine Messe der großen Neuerungen als vielmehr ein Ort der Standortbestimmung. Ja, AI ist überall. Ja, Data-Driven ist der neue Evergreen. Und ja, die Marketingbranche hat ihre eigenen Rhythmen und Trends. Aber unter all dem lag auch die Frage: Wo ist das offene, zugängliche Web geblieben? Wo ist der Raum für Lösungen, die nicht auf Abo-Modelle und Lock-In setzen, sondern auf Empowerment und Unabhängigkeit?

Für uns bei Elementor – und für mich ganz persönlich – heißt das auch: Wir müssen lauter werden. Klüger kommunizieren. Partnerschaften pflegen, die Open Source und Business nicht als Widerspruch, sondern als gemeinsame Vision verstehen. Die Gespräche mit Daniel, Andreas, Robert und Marcel zeigen: Die Menschen sind da. Die Ideen auch. Jetzt braucht es die Bühne.

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Wir sehen uns – spätestens auf der nächsten Messe!

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