Linus Klahold: Ein Blick hinter die „Website des Monats“ Januar

Titelbild für das Gewinner Interview der Website des Monats Januar 2026

Erfolg im Web ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von strategischem Design und technischer Präzision. Das hat Linus Klahold, Gründer von Klahold Design, im Januar eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Seine Arbeit wurde als Website des Monats ausgezeichnet.

Wer ist Linus Klahold? – Hier 10 Fragen und seine Antworten

Du führst Klahold Design parallel zu deinem Studium. Wie schaffst du diesen Spagat zwischen akademischem Anspruch und Kunden-Deadlines?

Ich behandle das wie zwei „Fächer“, die beide feste Zeitfenster bekommen. Das Studium läuft bei mir mit klaren Blöcken, Business genauso. Der wichtigste Hebel ist Planung in Wochen-Sprints: Was muss wann fertig sein, was ist „nice to have“ und was kann warten?

Und ich sage inzwischen auch bewusst nein, wenn ein Projekt nicht in den Zeitplan passt oder so einfach nicht realistisch bemessen ist. Das wirkt am Anfang hart, ist aber am Ende für beide Seiten fairer. Strukturiertes Denken, saubere Dokumentation und ein bisschen „System“ im Alltag sind schlussendlich die Basis.

Dein Fokus liegt stark auf der Website als „Vertriebsmitarbeiter“. Was war der Auslöser, das Design so konsequent an wirtschaftliche Ziele zu koppeln?

Ich habe gemerkt: Eine schöne Website ist nett, aber sie löst noch kein Problem. Viele Unternehmen brauchen vor allem eins: Anfragen, Bewerbungen oder Vertrauen. Das sind Kriterien, an denen auch schlussendlich die Unternehmen meine Dienstleistung bewerten.

Der Auslöser war ganz praktisch: Wenn man mit einem Kunden am Telefon sitzt, reden am Ende alle über die Ergebnisse. Also baue ich alles so, dass es zum Ziel führt: klare Botschaft, klare nächste Schritte und ein Auftritt, der professionell wirkt, bevor überhaupt jemand anruft.

WordPress und Elementor stehen oft in der Kritik, „aufgebläht“ zu sein. Wie optimierst du deine Prozesse technisch für maximale Performance?

Ich arbeite sehr konsequent nach dem Prinzip: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Das fängt bei der Plugin-Auswahl an. Lieber wenige stabile Tools in teils kostenpflichtigen Varianten, statt 20 zusammengewürfelte Helferlein. Dann kommen Basics wie Bildoptimierung, sauberes Caching, schlanke Fonts und ein klarer Aufbau ohne unnötige Effekte.

Außerdem: Ich teste Performance nicht erst am Ende, sondern zwischendurch. Und ich baue Seiten so, dass sie wartbar bleiben. Performance ist für mich Teil des Designs.

Effizienz ist als studierender Agenturinhaber alles. Welche Workflows nutzt du, um Projekte schneller und fehlerfreier abzuschließen?

Ich arbeite mit wiederverwendbaren Bausteinen: Vorlagen für Struktur, Copy-Checklisten, wiederkehrende Sektionen und ein klares Setup für Staging und Launch. Dadurch erfinde ich nicht jedes Mal alles neu.

Dazu kommt ein fester Ablauf: Kickoff → Struktur/Sitemap → Inhalte → Design/Umsetzung → Test/QA → Launch → Übergabe → laufende Optimierung. Das klingt simpel, aber genau das spart Zeit und verhindert Chaos.

Und nach dem Launch höre ich nicht einfach auf: Wenn ein Kunde das möchte, setze ich Automatisierungen auf, damit er regelmäßig sieht, was die Website bringt – z. B. monatliche Reports mit Daten zu Sichtbarkeit/Suchergebnissen, Klickzahlen, Top‑Seiten, Anfragen (z. B. über Formulare) und einfachen Handlungsempfehlungen. So wird aus „Website online“ ein kontinuierlicher Prozess, der messbar besser wird.

Wo unterstützt dich KI heute schon dabei, als „One-Man-Show“ die Qualität einer ganzen Agentur zu liefern?

KI hilft mir vor allem bei den Dingen, die sonst viel Zeit fressen: erste Textentwürfe, Gliederungen, FAQs, Recherche und manchmal auch bei kleinen Code-Snippets.

Wichtig ist: Ich nutze KI nicht als Autopilot, sondern als Sparringspartner. Die Qualität kommt am Ende durch Review, Feinschliff und Erfahrung. Aber KI sorgt dafür, dass ich schneller von „leerem Blatt“ zu einer guten Ausgangsbasis komme.

Du setzt stark auf Nutzerführung statt auf reine Deko. Was sind deine goldenen Regeln, um Besucher zur Anfrage zu führen?

Regel 1: Der Besucher muss in den ersten Sekunden verstehen, wofür die Seite da ist und ob er richtig ist. 

Regel 2: Jede Seite braucht einen klaren nächsten Schritt (Kontakt, Termin, Anfrage) und der muss leicht sein.

Regel 3: Vertrauen aufbauen, bevor man etwas verlangt oder verkaufen möchte. Das geht über Referenzen, klare Leistungen, verständliche Sprache und echte Einblicke.

Außerdem: weniger Ablenkung. Wenn alles wichtig ist, ist am Ende nichts wichtig.

Viele Kunden fürchten technische Komplexität. Wie nimmst du ihnen nach der Übergabe die Berührungsängste?

Ich übergebe vor allem ein System, das langfristig stabil bleibt. Das heißt: ein kurzes Onboarding, auf Wunsch eine kleine Anleitung (wirklich kurz), klare Hinweise, was sie selbst machen können und was lieber nicht, und auf Wunsch ein Wartungs‑Setup, damit die Seite nicht nach drei Monaten „stehen bleibt“ und im Wartungsstau untergeht.

Bei der Wartung geht’s für mich nicht nur um Updates, sondern um kontinuierliche Pflege und messbare Kontrolle: regelmäßige Backups, Sicherheitschecks, Plugin-/Theme‑Updates mit kurzem Funktionstest, kleine Performance‑Checks und ganz wichtig: Tracking & Monitoring, damit man nicht im Blindflug unterwegs ist.

Heißt konkret: Ich prüfe, ob Formulare zuverlässig ankommen, ob Tracking sauber läuft (z. B. Klicks auf Telefon/E‑Mail/Buttons), ob es Auffälligkeiten gibt (plötzliche Einbrüche bei Klickzahlen, Fehlermeldungen, Ausfälle) und ob die wichtigsten KPIs stimmen. Auf Wunsch gibt’s dazu monatliche Reports (z. B. Suchanfragen/Sichtbarkeit, Klicks, Top‑Seiten, Conversions/Anfragen) inkl. kurzer Interpretation: Was hat funktioniert – und was optimieren wir als Nächstes? So bleibt die Website nicht nur „online“, sondern nachvollziehbar wirksam – und der Kunde sieht schwarz auf weiß, was passiert.

Viele Kunden sind entspannter, wenn sie wissen: Da schaut jemand regelmäßig drauf.

Was war bisher deine größte Herausforderung beim Agentur-Aufbau während des Studiums?

Ganz ehrlich: das ständige Umschalten. Nächste Woche Klausur, morgen Kunden-Call, dann wieder Technikproblem oder ein spontaner Wunsch.

Die Lösung war, meine eigenen Grenzen ernster zu nehmen: bessere Planung, klare Kommunikation und nicht alles annehmen. Seit ich mehr auf Fokus und Prozesse setze, fühlt es sich weniger nach „Dauerstress“ an und mehr nach Aufbau.

Wo siehst du die Zukunft? Geht es in zwei Jahren mehr um kreative Gestaltung oder strategische Beratung?

Ich glaube, beides wächst zusammen, aber der Schwerpunkt verschiebt sich in Richtung Strategie. Viele Designs sehen inzwischen „gut genug“ aus. Der Unterschied entsteht dadurch, ob eine Website wirklich funktioniert: Zielgruppe, Angebot, Positionierung, Nutzerführung, Automationen und messbare Ergebnisse.

Kreativität bleibt wichtig, weil sie den ersten Eindruck prägt. Aber die langfristige Wirkung kommt aus dem System dahinter.

Welchen Rat hast du für andere Studenten, die sich ebenfalls im Webdesign selbstständig machen wollen?

Baue dir früh eine klare Basis: ein Angebot, einen Ablauf, einen Preisrahmen und ein kleines Portfolio. Und dann: lieber wenige Projekte, die du richtig gut machst, statt viele, die dich auffressen.

Mach Grenzen transparent (Zeitfenster, Reaktionszeiten, Scope) und vernetze dich lokal, das ist oft der schnellste und ehrlichste Weg zu guten Kunden. Wichtigster Punkt: nicht auf „perfekt“ warten. Starten, liefern, verbessern bzw. besser werden.

Bonus: Was macht dir an deiner Arbeit als Ansprechpartner für Webdesign & Marketing am meisten Spaß?

Dass ich jedes Mal in eine andere Welt eintauche. Meine Kunden bedienen oft komplett unterschiedliche Nischen – und hinter jeder Website steckt ja ein echtes Geschäftsmodell. Ich finde es extrem spannend zu verstehen, wie das Unternehmen funktioniert: Wo kommen Anfragen her? Wer ist die Zielgruppe? Was überzeugt die Kunden wirklich?

Gerade bei erfolgreichen Firmen ist dieser Einblick Gold wert, weil man sieht, welche Hebel wirklich wirken. Und ich mag diesen Prozess, mich schnell reinzufuchsen: einfach erst einmal zuhören, dann die Logik dahinter greifen, und daraus eine klare Struktur bauen, die am Ende messbar arbeitet. Dieses „Verstehen müssen, um es einfach zu machen.“ Das macht mir am meisten Spaß.

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